...nur selten sind alle Welpen in einer Welpenspielgruppe wirklich auf einem ähnlichen Etwicklungsstand bezüglich Alter und Rasse - so dass das Spiel auch wirklich ausgeglichen ist...

 

Tücken der Welpenspielstunde

Ein großer Anteil der erwachsenen Hunde, die ich trainiere haben ein Hauptproblem:

 

Begegnung an der Leine mit Artgenossen.

 

Mein sonst so wohlerzogener Hund ist nicht mehr derselbe, wenn er einen anderen Hund sieht. Er hängt sich in die Leine, er bellt, er knurrt, ich kann ihn kaum noch halten, geschweige denn auf ihn mit Worte einwirken.

Die logische Konsequenz: ich suche mir Strecken und Uhrzeiten, die relativ hundefrei sind. Dadurch vereinsame nicht nur ich, sondern auch mein Hund.

 

Nun kann das natürlich verschiedene Ursachen haben.

 

Aber der Grundstein dafür (und auch für einige andere Verhaltensprobleme) wird oft in der Welpenspielstunde gelegt.

 

Der kleine Hund lernt in der Welpenspielgruppe:

 

Hey, da sind andere Hunde!

Jippiehhhhh.....Tobe- und Spielalarm!

 

Es werden die Welpen von ihren Besitzern losgelassen, sie rennen aufeinander zu und spielen und toben, was das Zeugs hält.

 

Ein Abrufen gleicht eher dem Zufallsprinzip, als einem Training.

Die Konzentration der Kleinen reicht wahrscheinlich nicht aus, um zwischen dem Gewusel, Fiepsen und der Tollerei ein Abrufkommando zu hören, bzw. auch noch zuverlässig auszuführen.

Selbst gut erzogene erwachsene Hunde tun sich mit dieser Übung nicht immer leicht.

 

Die Welpenspielgruppe ist aber irgendwann fertig und dann darf der junge Hund auf einmal nicht mehr zu anderen Hunden.

Nun findet der Hund das aber irgendwie blöd und versteht die Welt nicht mehr.

Dann folgt oft Frustration, die nicht selten in Aggression gegenüber Artgenossen mündet.

 

Wenn ich meinen Welpen wirklich gut sozialisieren möchte, dann ist dies am Besten dort, wo er auch einen großen Teil seines späteren Alltags verbringen wird: Auf den Spazierwegen, auf denen andere Hunde sich begegnen.

 

Aus diesem Grund biete ich Welpenbesitzern an, dass der kleine Welpe von Beginn an,

an den verschiedenen Erwachsenengruppen teilhaben darf. Weil hier die Sicherheit freundlicher Hunde gegeben ist, die sich in natürlicher Weise dem Welpen annehmen - ohne ihn zu überfordern, oder zu stressen

 

Denn auch später wird er erwachsenen Hunden aller Rassen und Altersstufen begegnen.

 

Gehen Sie mit Ihrem Welpen dort hin, wo andere Hunde sind. Fragen Sie die Besitzer der anderen Hunde, ob deren Hund welpenverträglich ist.

Unterschätzen Sie nicht die erzieherische Wirkung eines freundlichen erwachsenen Hundes auf einen Welpen. Lassen Sie ihren kleinen Hund nicht einfach zu anderen Hunden hinstürmen.

Wenn Sie Zweifel haben, wie Sie diese Situationen bewältigen können, unterstütze ich Sie gerne bei diesen ersten wichtigen Schritten, die für ein ganzes Hundeleben so bedeutsam sein können.

 

 

Desweiteren werden in einer Welpenspielstunde gerne verschiedene Rassen, Entwicklungsstufen und Charaktere zusammengewürfelt.

Nicht immer geht dann dieses Spiel für alle Hundewelpen positiv zu Ende.

Oft sind die kleineren oder jüngeren oder schüchternen Hunde schon in wenigen Minuten heillos überfordert und geraten in Stresssituationen, in denen sie lernen, zu zwicken und beißen und sich auf diese Weise zu wehren.

 

Welpenspielgruppen müssen nicht zwangsläufig nachteilige Auswirkungen haben, sind aber sehr kritisch zu beurteilen.