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Klickern - 4. Es geht in die Praxis nach draußen

Wir gehen nach draußen:

 

Hier ist es absolut wichtig, dass wir einen Ort wählen, ohne Ablenkung:

Das kann der gewohnte Garten sein, für nicht jagdmotivierte Hunde, ein abgelegener Waldrand, oder sonst ein Ort, an dem der Hund "eher gelangweilt" wirkt und er möglichste wenig Umweltreize hat, denn:

 

Der Hund reagiert immer auf den, für ihn stärksten Reiz. Das kann ein Mäuseloch, ein anderer Hund, andere Menschen oder der Duft einer tollen Hündin sein.

Und wenn eine neue Übung beginnt, ist diese einfach noch nicht beim Hund gefestigt und jede Ablenkung erschwert das Ganze.

Die Ablenkung kann erst Stück für Stück erhöht werden, immer angepasst an den zu trainierenden Hund.

Und wenn der Hund nebenbei schnuffelt, wie in dem Video, lasst ihn, das beeinflusst den Erfolg in keiner Weise, sondern entspannt den Hund zusätzlich.

Die Länge der Leine:

 

Bitte achtet darauf, dass die Leine nicht zu lange und nicht zu kurz ist.

Wenn die Leine auf dem Boden streift, tritt der Hund wahrscheinlich darauf.

Zu kurz ist auch nicht gut, weil der Hund auch etwas Spielraum benötigt, um überhaupt an lockerer Leine laufen zu können.

Hier spielt die Grösse des Hundes natürlich eine Rolle.

Bei einem mittelgrossen Hund von ca. 50cm nehme ich immer eine 3m Leine und halbiere sie, indem ich sie mir übers Hangelenk lege, so dass ich dann 1,50m habe.


Die Übung:

 

Ich locke den Hund an der Leine zu mir (sollte der Hund zu nervös sein, ist der Ort noch zu aufregend für ihn).

Sobald er vor mir steht, klicke ich und gebe ihm dann das Leckerchen.

Da mache ich zwei, drei Mal.

Dann laufe ich ganz langsam rückwärts (gerne den Hund mit freundlicher leiser Stimme locken).

Während ich rückwärts laufe und der Hund mitkommt, klicke ich wieder und gebe ihm das Leckerchen.

(Bitte nicht verzweifeln, das Ganze braucht vom handling her, etwas Übung!)

Dann laufe ich weiter ein, zwei Schritte rückwärts und belohne ihn wieder mit dem Klick!

 

Sollte dies problemlos funktionieren, drehe ich mich ein (so dass der Hund neben mir läuft)

 

Und jetzt, sehr wichtig: Bitte klickern, bevor der Hund in die Leine stürmt!


Mögliche Fehlerquellen:

 

Der Ort sollte wirklich für den Hund entspannend sein! Wenn es draußen an keinem Ort möglich ist, dann eventuell doch noch einmal in die Wohnung gehen und es dort üben.

 

Die Übungseinheiten sollten nicht länger dauern, als in dem gezeigten Video! Es kommt auf die Häufigkeit der Wiederholungen an, nicht auf die Dauer der Übung.

 

Eine Minute lernen kann für den Hund sehr anstrengend sein. Er braucht danach eine Pause, in Form eines Spazierganges, oder einem Spiel, oder auch in Form von dösen oder schlafen.

 

Und tatsächlich: In den Pausen wird das Gelernte gefestigt.

 

Hier gilt tatsächlich: weniger ist auf jeden Fall mehr und bedeutet schnellere Erfolge und keinen Frust, nicht für Zwei - und nicht für Vierbeiner!